Neue Statuten: Berner KMU hält ab 2027 nur noch eine Delegiertenversammlung ab

Berner KMU führt ab 2027 nur noch eine Delegiertenversammlung pro Jahr durch. Das haben die Delegierten am 14. Oktober 2026 in Spiez mit der Revision der Statuten beschlossen. Der Mitgliederbeitrag bleibt gleich, das Budget 2027 ist genehmigt.

Zu Gast in Spiez

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Ernst Kühni, Präsident Gewerbeverband Berner KMU

Präsident Ernst Kühni eröffnete die Versammlung mit einem Dank an die KMU im Kanton Bern. Als Grundlage für unternehmerischen Erfolg nannte er drei Werte: Ehrlichkeit, Fleiss und Demut. «Im Unternehmertum gibt es keinen Lift zum Erfolg», sagte er. Unter den Gästen begrüsste er auch Grossratspräsidentin Anne Speiser-Niess.

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Jolanda Brunner, Gemeindepräsidentin Spiez

Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner hiess die Delegierten im Namen des Gemeinderats willkommen und stellte Spiez mit seinen rund 850 KMU vor.

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Patrick Jäger, Präsident Gewerbeverband Spiez

Patrick Jäger, Präsident des Gewerbeverbands Spiez, präsentierte den Gastgeberverein und dessen Motto «Gemeinsam mehr erreichen».

Kühni dankte dem Gewerbeverband Spiez für die Organisation und der Gemeinde für das Gastrecht.

Eine Delegiertenversammlung pro Jahr

Die 197 Stimmberechtigten nahmen die Statutenrevision gesamthaft an, bei 4 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen. Zuletzt hatte der Verband seine Statuten 2009 angepasst. Direktor Lars Guggisberg begründete die Revision mit dem neuen Vereinsrecht und dem neuen Datenschutzgesetz.

Für die Mitglieder ändert sich vor allem der Kalender. Ab 2027 findet die Delegiertenversammlung nur noch einmal jährlich statt, jeweils im Frühling. Zwei Versammlungen pro Jahr seien aus Effizienz- und Kostengründen nicht mehr zeitgemäss, sagte Guggisberg.

Einladungen kommen künftig per E-Mail statt per Post. Versammlungen können physisch, virtuell oder hybrid stattfinden. Auch elektronische Abstimmungen sind neu möglich.

Im Leitenden Ausschuss haben neu alle Mitglieder Stimmrecht. Zudem kann der Verband zusätzliche Sitze für Randregionen schaffen. So können alle Regionen des Kantons im Gremium besser vertreten sein.

Mitgliederbeitrag bleibt gleich

Der Mitgliederbeitrag bleibt 2027 bei 80 Franken, dazu kommen 5 Franken für den Fonds politische Aktionen. Auch das Budget 2027 genehmigten die Delegierten einstimmig. Es weist einen Verlust aus, weil der Verband einmalig in seine IT und seine Kommunikation investiert. Ohne diese Investitionen wäre das Budget ausgeglichen.

Woran der Verband arbeitet

Fair ist anders. Das kantonale Beteiligungsgesetz soll Staatsbetrieben, die KMU konkurrenzieren, Leitplanken setzen. Der Grosse Rat berät es voraussichtlich in der ersten Hälfte 2027. Auf Bundesebene liegt ein Vorstoss zum selben Thema in der Wirtschaftskommission des Nationalrats. Beide Vorstösse hat Berner KMU angestossen. Am 5. November 2026 stellt sich der CEO der Post in Bern den Fragen des Gewerbes. 

Tschüss Bürokratie, Hallo KMU! Der Grosse Rat hat den Vorstoss «Baubewilligungen im Blindflug» von LA-Mitglied Francesco M. Rappa teilweise angenommen. Die Regierung muss nun für schnellere Verfahren und weniger Formulare sorgen. Zudem hat Berner KMU mit fast allen zehn Regierungsstatthalterämtern gesprochen. Die Gespräche zeigen, wo Bewilligungsverfahren ins Stocken geraten.

Berner KMU-Barometer. Die Resultate der diesjährigen Umfrage erscheinen Mitte November 2026. Guggisberg gab einen ersten Hinweis: Viele Betriebe beschäftigt die Frage, wie sie gute Mitarbeitende halten.

Berufsbildung. Die nächsten Erlebnistage Berufsbildung «Rendez-vous Job» finden vom 10. bis 13. März 2027 statt. Seit einigen Monaten läuft zudem der WhatsApp-Chatbot «Di Bruef». Er bietet Jugendlichen Zugang zu über 1000 Berufsbildern und zeigt ihnen die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten der regionalen KMU’s auf. 

Gemeinsam Mitglieder gewinnen

«Unsere Mitgliederzahl ist das Herz dieses Verbands», sagte Guggisberg. Er rief die Gewerbevereine auf, neue Betriebe aktiv anzusprechen. Die Geschäftsstelle stellt ihnen dafür Listen mit Neugründungen zur Verfügung. Wie das gelingt, zeigt Thuner KMU am Fyrabe-Grill 2027. Wer Unterstützung braucht, kann sich jederzeit bei der Geschäftsstelle melden.

Gewerbevereine können mit ihren Mitgliedern auch das Bundeshaus oder das Rathaus besuchen. Lars Guggisberg nimmt Anfragen gerne direkt entgegen.

Parolen zum 29. November 2026

Zum Schluss seiner Ausführungen erinnerte Guggisberg an die Parolen, welche die Bernische Gewerbekammer am 17. September 2026 gefasst hat.

Ja zum Kriegsmaterialgesetz (einstimmig)
Nein zur Feuerwerksinitiative (einstimmig)
Nein zur Mehrwertsteuererhöhung für die 13. AHV-Rente (31 zu 8 Stimmen bei 1 Enthaltung)
Nein zur Fairness-Initiative der Mitte (19 zu 16 Stimmen bei 5 Enthaltungen)

Nächste Station: Bern

Die erste Delegiertenversammlung nach den neuen Statuten findet am Mittwoch, 26. Mai 2027, in Bern statt. Der Gewerbeverband KMU Stadt Bern organisiert sie.

Wer den 9. Berner KMU Award gewonnen hat und warum, lesen Sie im Beitrag zur Verleihung.