Herbstanlass KMU Frauen Bern 2026: KI – Chance oder Risiko?

Am 15. September 2026 trafen sich die KMU Frauen Bern bei der BEKB in Liebefeld. Rund 90 Frauen erlebten, wie Fabiola Studer von BEGASOFT AG KI als das neue Feuer beschrieb, das wärmt und antreibt, aber auch die Finger verbrennen kann.

Ein volles Haus bei der BEKB

Rund 90 Frauen folgten der Einladung der KMU Frauen Bern zum Herbstanlass im Betriebsgebäude der BEKB in Liebefeld. Präsidentin Ursula Jakob eröffnete den Abend mit einem Augenzwinkern. Sie hatte ChatGPT gefragt, wie sie die Gäste begrüssen solle, und liess das Sprachmodell selbst zu Wort kommen: «Hallo, ich bin ChatGPT, keine Kaffeepause, allzeit bereit, aber keine Ahnung, wie es sich anfühlt, ein KMU zu führen.» Der Lacher war Jakobs Überleitung zum Thema des Nachmittags. KI liefere eine gute Zusammenfassung, sagte sie, ersetze aber niemanden. Der Entscheid liege am Schluss immer bei den Unternehmerinnen selbst.

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Ursula Jakob, Präsidentin KMU Frauen

KI im Unternehmensalltag

Fabiola Studer, Kommunikatorin und Innovatorin bei BEGASOFT AG, begann ihr Referat mit einer Frage in die Runde. Ist KI Chance oder Risiko? Die KMU Frauen zeigten mit Farben, dass rund 60 Prozent die Künstliche Intelligenz als Chance und 40 Prozent als Risiko betrachteten. Glück definierte sie als das Zusammentreffen von Wissen und Erfahrung, Pech als einen Entscheid, der ohne beides gefällt wird. Ihre Leitmetapher zog sich durch den ganzen Nachmittag. KI ist das neue Feuer. Wie das Feuer die Menschheit durch mehrere industrielle Revolutionen trug, vom Wasserrad zur Dampfmaschine bis zum Computer und zum Internet, steht die Gesellschaft nun an der Schwelle zur nächsten Stufe.

Wie sich dieses Feuer im eigenen Betrieb entfachen lässt, erklärte Studer an drei Zutaten. Infrastruktur bedeutet IT-Sicherheit und saubere Datenhaltung. Sauerstoff steht für die Wissensquellen, mit denen eine KI gefüttert wird, ob aus dem offenen Internet oder aus dem eigenen Wissen. Energie ist der Mensch selbst, mit Motivation, Zeit und Budget. «Ohne Fokus kein Resultat», sagte sie.

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Fabiola Studer, Kommunikatorin und Innovatorin BEGASOFT AG

Wie schnell das im Alltag geht, zeigte sie an einem Beispiel aus der eigenen Vorbereitung auf den Anlass. Für die Präsentation brauchte sie ein Foto von sich. Ihre Fotografin war in den Ferien, also nahm sie ein schlecht aufgelöstes LinkedIn-Bild, liess es von der KI aufbereiten, und wenig später hatte sie ein druckfähiges Porträt. Auch beim Beantworten rechtlich heikler Bürgeranfragen setzt sie KI ein, gestützt auf eine definierte Wissensbasis aus den Gesetzen von Bund, Kanton und Gemeinde.

Ein Führungsthema, kein IT-Thema

Einen zweiten Blick brachte Andrea Schaufelberger vom Kaufmännischen Verband KFMV Zürich ein, eine Kundin von Fabiola Studer. Sie berichtete per Videobotschaft von einem internen Pilotprojekt, bei dem ein Chatbot den Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt wird. «KI ist kein IT-Thema, sondern ein Führungsthema», sagte sie. Statt mit der grossen Kelle zu starten, empfahl sie, bei einzelnen Anwendungsfällen zu beginnen und jene Mitarbeitenden einzubinden, die Lust darauf haben. Datenschutz und der Umgang mit Personendaten blieben für sie die grösste offene Baustelle, eine Herausforderung, vor der laut ihrer Erfahrung fast jede Organisation steht.

«Künstliche Intelligenz ist das neue Feuer. Sie wärmt uns und treibt uns voran, kann uns aber genauso die Finger verbrennen.»

Fabiola Studer, BEGASOFT AG

Zum Schluss ihres Referats liess Fabiola Studer die Technik noch einmal für sich sprechen. Sie spielte einen KI-generierten Song auf Berndeutsch mit dem Titel «Über mi use» vor, der die eigene Kraft, über sich herauszuwachsen, in Balladenform vortrug.
 

Starke Partnerschaften

Ein besonderer Dank ging an die BEKB und die emmental versicherung, die die Anlässe der KMU Frauen Bern finanziell unterstützen. Die BEKB stellt den KMU Frauen Bern zudem regelmässig ihren Schulungsraum in Liebefeld kostenlos zur Verfügung. Ursula Jakob bedankte sich in ihrem Schlusswort herzlich bei beiden Partnern für ihre wertvolle Unterstützung.

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Netzwerkportrait: Nandita Boger

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Nandita Boger, NAN Architektur GmbH

Bei den KMU Frauen Bern ist es Tradition, dass sich eine Teilnehmerin mit ihrem Geschäft vorstellen darf. Dieses Mal fiel die Wahl auf Nandita Boger von NAN Architektur GmbH aus dem Seeland. Als Unternehmerin mit eigenem Büro begleitet sie Kundinnen und Kunden bei Neu- und Umbauten. «Architektur ist Investition in Lebensqualität», sagte sie.

Einen Geschenkkorb für die Referentin steuerten Barbara Blaser & Azra Dugumovic von Lavanda Feinkost aus Burgdorf bei. Seit 15 Jahren stellt das Unternehmen Geschenkkörbe für Mitarbeitende und Kundschaft zusammen, aus über 300 Produkten von regionalen Manufakturen und KMU. Bei der Übergabe zog Barbara Blaser die Parallele zur KI. Für die KMU Frauen sei Lavanda die einfachste Lösung: Bestellung aufgeben – Lavanda kümmert sich um den Rest und stellt das passende Geschenk zusammen.

Ausklang mit Apéro riche

Beim Apéro riche klang der Nachmittag im Parterre des Gebäudes aus. Netzwerken, Kärtli verteilen, weiterdiskutieren: Die Frage, ob KI Chance oder Risiko ist, war damit nicht beantwortet, aber für 90 Unternehmerinnen ein Stück weniger abstrakt.